
Der Standard bat den Sozialminister und einen Investmentbanker zum Dialog, um über Reichtum, Umverteilung, Vermögenssteuern zu sprechen. Die Ausgangslage ist interessant, man erwartet sich, dass hier Weltansichten aufeinanderprallen – und das war auch so. Staat vs. privat sozusagen. Hundstorfer, der sich ziemlich moderat gab, würde gerne die reicheren Staatsbürger mehr zur Kasse bitten, Stichwort soziale Gerechtigkeit. Gerald Hörhan, der Autor von “Investment Punk: Warum ihr schuftet und wir reich werden”, medienaffin und meinungsstark, wollte davon naturgemäß nichts wissen. Direkt darauf angesprochen, in welchen Bereich er zu Konzessionen bereit wäre, um die weniger Vermögenden zu unterstützen, meinte er:
Man sollte steuerlich auf der ökologischen Seite etwas tun. Ich bin ein begeisterter Autofahrer, und ich fahre gern schnell. Trotzdem würde ich sagen: Erhöhen Sie den Benzinpreis. Und von mir aus führen Sie eine Vignette fürs Schnellfahren ein, die kostet eben entsprechend. Dann zahle ich um einiges mehr.
Erhöhung der Mineralölsteuer also. Aber ich will hier ja nicht in die Diskussion Ökosteuer vs. Massensteuer abdriften. Also gucken wir uns den zweiten Vorschlag des jungen Ökonomen an, die Vignette fürs Schnellfahren. Rasen gegen Aufpreis sozusagen. Aber Halt! Gab es da nicht schon etwas? Strafen von der Verkehrspolizei vielleicht? Sollten wir die Reichen aufrufen, mit Geschwindigkeitsübertretungen dem Sozialstaat unter die Arme zu greifen? Oder sollte das eingehobene Bußgeld lieber in den Ausbau des Straßennetzes fließen? Schade, dass der Interviewer da nicht nachgebohrt hat. Die Antworten hätte ich gerne gelesen.
Foto: Kecko
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