IKEA – Leiharbeitest du noch oder lebst du schon?

Bookmark and Share

IKEA hat ja ein so sympathisches und grünes Image. Die reale Unternehmenspolitik sieht aber ganz anders aus. Aggressive Steuervermeidung, Transfers von Milliardengewinnen in  die Karibik sind Alltag, gleichzeitig werden Kosten gedrückt so gut es geht, vor allem beim Personal.

Entwicklung der Teilzeit in Österreich im Überblick

Bookmark and Share

Die Statistik Austria veröffentlicht im Internet verschiedene Dokumente zur Situation auf dem heimischen Arbeitsmarkt. Eine trockene Lektüre, aber durchaus informativ. Beim Schmökern bin ich auf eine Statistik gestoßen, die die Entwicklung der Teilzeitarbeit in Österreich in den letzten 35 Jahren skizziert.

Leider hat sich die Berechnungsgrundlage seither immer wieder geändert, so dass ich mir schwer tue, die Zahlen über den ganzen Zeitraum zu vergleichen. Ab 1994 scheint das System aber weitgehend gleich geblieben zu sein. Was hat sich seit damals getan?

Die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt hat sich von 3,7 auf 4,0 Millionen erhöht. Gleichzeitig ist die Zahl der Vollzeit-Arbeitsplätze von 3,2 auf 3,0 Millionen gesunken. Die Zahl derer, die Teilzeit arbeiten, hat sich im selben Zeitraum von 500.000 auf 1 Million erhöht.

Wie sieht es jetzt aus, wenn man die Geschlechter getrennt betrachtet? Mehr von diesem Artikel lesen

Lesetipp: querARBEIT

Bookmark and Share

Betty Kopp von querARBEIT war so freundlich, in einem ihrer Beiträge auf Arbeit ohne Recht zu verlinken. Den Gefallen möchte ich ihr gerne erwidern, und tue das sehr gerne. Die Blogautorin ist Beraterin für Arbeitssuchende und zur Zeit in Gmünd und Wien tätig. Lassen wir sie doch einfach selbst zu Wort kommen:

Die heutige Arbeitswelt ist vielfältig und unterscheidet sich in immer mehr Bereichen wesentlich von der im vorigen Jahrhundert. Vergleichen Sie selbst: ihre Arbeitssituation mit jener ihrer Eltern, Großeltern und evtl. auch Urgroßeltern. Wie viele Gemeinsamkeiten finden Sie?

Die (gesetzlichen) Rahmenbedingungen passen allerdings oft nicht mehr zu den aktuellen Entwicklungen. Sind unsere Schulausbildungen zeitgemäß? Wer fühlt sich für Erwachsenenbildung zuständig? Sind sinkende und oftmals prekäre Einkommen ein nachhaltiger Weg? Wer ist für die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich? Was erwartet die Gesellschaft von arbeitslosen Menschen? Was erwartet sie von PensionistInnen? Soll es weiterhin Fixpunkte sozialer Absicherung geben oder ist alles verhandelbar? Arbeitslosigkeit und berufliche Unsicherheit kennen immer mehr Menschen nicht nur von Erzählungen. Armut kann die Folge sein. Wem nutzt das?

Ich werde darüber schreiben, was mich betroffen macht und erzähle Ihnen von meinen Erlebnissen als Coach für Arbeitssuchende und somit prekär Beschäftigte. Ebenso werde ich versuchen, Menschen mit dem Thema „Arbeiten im 21. Jahrhundert“ zu konfrontieren und sie zum Querdenken einzuladen. Unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen werden mein Blog lebendig halten und auch Humor und Service werden einen Platz haben.

querARBEIT behandelt sehr vielfältige Themen im Bereich “Arbeiten im 21. Jahrhundert” und ist definitiv mehr als einen Blick wert. Unbedingt ansehen!

Kampagne vom ÖGB, Arbeit schaffen durch Arbeitszeitverkürzung

Bookmark and Share

Viele Menschen könnten in Österreich zusätzlich Arbeit finden, wenn weniger Überstunden geleistet würden. Der ÖGB fordert deswegen eine Arbeitszeitverkürzung. In dem Infovideo unten wird erklärt, welche Chancen sich daraus ergeben würden.

Rasen für die Armen

Bookmark and Share

Der Standard bat den Sozialminister und einen Investmentbanker zum Dialog, um über Reichtum, Umverteilung, Vermögenssteuern zu sprechen. Die Ausgangslage ist interessant, man erwartet sich, dass hier Weltansichten aufeinanderprallen – und das war auch so. Staat vs. privat sozusagen. Hundstorfer, der sich ziemlich moderat gab, würde gerne die reicheren Staatsbürger mehr zur Kasse bitten, Stichwort soziale Gerechtigkeit. Gerald Hörhan, der Autor von “Investment Punk: Warum ihr schuftet und wir reich werden”, medienaffin und meinungsstark, wollte davon naturgemäß nichts wissen. Direkt darauf angesprochen, in welchen Bereich er zu Konzessionen bereit wäre, um die weniger Vermögenden zu unterstützen, meinte er:

Man sollte steuerlich auf der ökologischen Seite etwas tun. Ich bin ein begeisterter Autofahrer, und ich fahre gern schnell. Trotzdem würde ich sagen: Erhöhen Sie den Benzinpreis. Und von mir aus führen Sie eine Vignette fürs Schnellfahren ein, die kostet eben entsprechend. Dann zahle ich um einiges mehr.

Erhöhung der Mineralölsteuer also. Aber ich will hier ja nicht in die Diskussion Ökosteuer vs. Massensteuer abdriften. Also gucken wir uns den zweiten Vorschlag des jungen Ökonomen an, die Vignette fürs Schnellfahren. Rasen gegen Aufpreis sozusagen. Aber Halt! Gab es da nicht schon etwas? Strafen von der Verkehrspolizei vielleicht? Sollten wir die Reichen aufrufen, mit Geschwindigkeitsübertretungen dem Sozialstaat unter die Arme zu greifen? Oder sollte das eingehobene Bußgeld lieber in den Ausbau des Straßennetzes fließen? Schade, dass der Interviewer da nicht nachgebohrt hat. Die Antworten hätte ich gerne gelesen.

Foto: Kecko

Wieviel verdient man in Österreich eigentlich?

Bookmark and Share

Wieviel verdient man in Österreich eigentlich? Auf Krone.at ist eine Auflistung der unterschiedlichen Berufe nach den verschiedenen Sparten erschienen. Überblicksmäßig ergibt sich dabei dieses Bild:

  • Schönheit: Drogisten, Kosmetiker, Friseure etc. starten mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt ab 726 – 859 Euro brutto in die Berufslaufbahn.
  • Lebensmittel: Hilfskräfte in der Produktion verdienen ab 718 Euro, Facharbeiter ab 821 Euro, Verkäufer ab 850 Euro brutto im Monat.
  • Elektronik: Die durchschnittlichen Einstiegsgehälter für technische Berufe liegen zwischen 1017 und 1937 Euro brutto im Monat. Hilfsarbeiter und Verkäufer bekommen deutlich weniger.
  • Büro: Die niedrigste Sprosse auf der Gehaltsleiter nehmen Hilfsjobs und kaufmännische Berufe mit Verdienstmöglichkeiten ab 799 Euro brutto im Monat ein, ganz oben stehen Geschäftsführer mit Einkünften ab 1816 Euro.
  • Baubranche: Dachdecker, Maurer und Maler starten mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt ab 929 bis 1184 Euro im Monat, Hilfskräfte verdienen deutlich weniger.
  • Bildung: Sozialarbeiter, Pädagogen und Lehrer haben ein durchschnittliches Einstiegsgehalt ab 1100 bis 1917 Euro brutto.
  • Reinigung: Fensterputzer und Reinigungskräfte bringen es auf Einstiegsgehälter ab 726 Euro brutto.
  • Medizin: Krankenpfleger verdienen ab 1436 bis 1617 Euro, Physiotherapeuten 1525 bis 1644 Euro, Ärzte ab 1728 Euro brutto.
  • EDV: Informatiker verdienen ab 1017 Euro im Monat, Spezialisten auch deutlich mehr.
  • Recht: Juristen, Rechtsanwälte und Steuerberater starten mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt ab 1308 bis 1816 Euro in die Berufslaufbahn.
  • Metall & KFZ: Technische Berufe starten ab einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 1184 bis 1575 Euro brutto, Hilfskräfte verdienen deutlich weniger.
  • Handel: Kaufmännische Lehrberufe starten ab einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 865 Euro. Wo Provision gezahlt wird, ist das Grundgehalt noch niedriger.

Michaels Geschichte

Bookmark and Share

Michael verdient sich neben Studium auf Werkvertragsbasis ein Zubrot. Im letzen Jahr fiel immer mehr Arbeit bei seiner Firma an, die Geringfügigkeitsgrenze war bald überschritten. Bis Ende 2009 hatte er knapp 10.000€ verdient, also noch zu wenig, als dass er Einkommenssteuer zahlen müsste.

Michael hat aber leider übersehen, dass sich auch Werkvertragsnehmer ab einem jährlichen Bruttoverdienst von 6.453,36 Euro selbst sozialversichern müssen. Eine Beratung bei Work@Flex brachte Klarheit, dass er das nun nachholen muss. Er war also diese Woche bei der SVA und wurde darüber informiert, dass er gut ein Viertel von seinem Bruttoverdienst für 2009 nachzahlen muss. Wenigstens, das ist ein kleines Trostpflaster, wurde keine Strafe fällig, weil er sich selbst gemeldet hat. Eigentlich hätte er die SVA nämlich schon letztes Jahr informieren müssen, als es absehbar wurde, dass er die Grenze überschreiten würde.

Weil Michael auch heuer wieder mehr als die 6.453,36 Euro verdienen wird, kommt jetzt im November ein wirklich großer Betrag auf ihn zu: Die Nachzahlung für 2009 in Höhe von knapp 2.500 Euro und dazu gleich die Zahlung für heuer, insgesamt mehr als 4.000 Euro…

Foto: Phillie Casablanca

Die KiK-Story 2: Zensurversuch gescheitert

Bookmark and Share

Eine Sendung, die einen langen Rechtsstreit nach sich zog: Im April zeigte das NDR die erste Folge von „Die KiK-Story“, die die schlechten Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in Deutschland und in Bangladesch dokumentiert. Der Textildiskounter wollte die Ausstrahlung mehrerer Aussagen des Films gerichtlich verbieten lassen, blitzte aber ab.

Kik gab schließlich Fehler bei der Personalführung zu und gelobte Besserung. Was ist seither geschehen? Die Sendungsmacher haben weiter recherchiert, am 4. August wurde auf NDR “Die KiK-Story 2: Zensurversuch gescheitert” ausgestrahlt. Die Dokumentation berichtet über die Versuche von KiK, sich als sozialer Wohltäter zu gerieren, lässt ehemalige Mitarbeiter zu Wort kommen besucht nocheinmal die Schauplätze in Bangladesh.

Teil 2 und 3 nach dem Seitenumbruch Mehr von diesem Artikel lesen

Geringfügige Beschäftigung auf dem Vormarsch

Bookmark and Share

Sehe nur ich hier einen Trend? In Österreich gibt es immer mehr atypisch Beschäftigte, 2009 waren es schon mehr als eine Million. Überall dort, wo diese Beschäftigungsformen für die Unternehmen besonders attraktiv sind, steigt ihre Zahl immer weiter an, wie z. B. jetzt gerade sehr deutlich im Bereich der Leiharbeit. Wo hingegen Regelungen zum Schutz der Bediensteten erkämpft wurden, wie bei den freien Dienstnehmern, da ist diese Zahl im Sinken begriffen.

Neuestes Beispiel für diese Entwicklungen: Auch bei den geringfügig Beschäftigten gibt es einen neuen Höchststand, erstmals sind es mehr als 300.000. Fast die Hälfte der geringfügig Beschäftigten geht dabei nur dieser Beschäftigung nach, zwei Drittel sind Frauen. Betroffen sind laut Josef Wallner von der AK vor allem soziale Dienste, Taxiunternehmen und das Gastrogewerbe.

Zu Lasten geht das auf Kosten des Sozialsystems. Birgit Schatz bringt es finde ich auf den Punkt:

“Diese Entwicklung nützt zwar den ArbeitgeberInnen, aber die Solidargemeinschaft muss trotzdem die entsprechenden Leistungen bereit stellen. Man kann Kranke und Alte ja nicht auf der Straße stehen lassen.”

Die eigentlichen Profiteure sind nur die Unternehmen, der Staat und die Bediensteten schauen längerfristig gesehen durch die Finger. Deswegen unterstütze ich die Forderung von Schatz nach einem vollen Sozialversicherungsschutz auch für geringfügig Beschäftigte. Mehr von diesem Artikel lesen

Was ist Arbeit in der Zukunft?

Bookmark and Share

Philosophische Betrachtungen in der Sendung Metropolis auf arte, die mehr Fragen aufwerfen als klären. Sicher ist dabei nur, dass sich Arbeit weiter wandeln wird. Quo vadis?

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.